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Schaltvorrichtung zum Schalten elektrischer und/oder thermischer Lasten mit Hilfe magnetisierbarer Flüssigkeit

Kurzfassung

Verschleißfreies, gekapseltes Schalten von Strom- und Wärmelasten, realisiert durch die Bewegung einer magnetisierbaren Flüssigkeit (Ferrofluid), die eine leitfähige Flüssigkeit kontaktierend positioniert.

Vorteile

  • Verschleißarm und langlebig: keine bewegten Festkörperkontakte, reduzierte Kontaktabnutzung.
  • Inhärenter Explosionsschutz: Kapselung potenzieller Schaltfunken im Fluidraum.
  • Geringere Komplexität bei Wärmeschaltungen durch kontaktbasierte Wärmeleitung ohne klassische Pumpen in passenden Anwendungen.
  • Energieeffizient steuerbar: Optionaler Einsatz von (Elektro-)Permanentmagneten für Haltefunktionen mit minimaler Leistungsaufnahme.
  • Skalierbar und layout-flexibel: U-, O- oder 8-förmige Kanalgeometrien zur Optimierung von Stellweg und Steuerbarkeit.

Anwendungsbereiche

  • Elektrische Schalter/Relais/Lastschalter in rauer Umgebung mit Bedarf an Funkenkapselung und hoher Zyklenzahl.
  • Thermische Schalter/Kontaktkühler für intermittierende Wärmelasten in Leistungselektronik und Sensorik.
  • Raumfahrt- und Luftfahrt-Systeme, wo mechanikfreie, robuste Fluid- und Schaltfunktionen vorteilhaft sind (Bezug zu PAPELL/Ferrofluid-Forschung).
  • ATEX-nahe Anwendungen, bei denen die Kapselung von Schaltvorgängen sicherheitsrelevant ist.

Hintergrund

Ferrofluide lassen sich mit Magnetfeldern präzise bewegen und wurden u. a. im Raumfahrt-Kontext für pumpen- und mechanikfreie Fluidsysteme erforscht (z. B. PAPELL der Universität Stuttgart). Diese Eigenschaften prädestinieren Ferrofluide für zuverlässige Aktorik- und Schaltaufgaben ohne klassische, verschleißanfällige Mechanik.

Problemstellung

Konventionelle Relais und Schütze unterliegen mechanischem Verschleiß, Kontaktabbrand und können bei hohen Lasten bzw. Funkenbildung Sicherheitsanforderungen (Ex-Schutz) erschweren; thermische Lasten erfordern häufig komplexe Pumpensysteme.

Lösung

Die Schaltvorrichtung kombiniert einen Fluidbehälter, ein magnetisierbares Fluid (Ferrofluid), eine elektrisch bzw. thermisch leitfähige Flüssigkeit (z. B. flüssiges Metall wie Galinstan), ein System aus Elektromagneten/Permanentmagneten und eine Steuerung; über Magnetfelder wird das Ferrofluid verschoben und positioniert die leitfähige Flüssigkeit zum Öffnen/Schließen der Kontakte.

 Abbildung: Seitenansicht des Konzepts für einen elektrischen Schalter [IRS, Universität Stuttgart]
Abbildung: Seitenansicht des Konzepts für einen elektrischen Schalter [IRS, Universität Stuttgart]

Was bieten wir?

  • Patentgeschützte Technologie
  • Unterstützung/Beratung zur kommerziellen Umsetzung der Technologie durch die Erfinder*innen
  • Zusätzliches Know-How

Was suchen wir?

  • Lizenznehmer/Käufer für die Patentfamilie und/oder
  • Industriepartner für ein Projekt zur Produktentwicklung

Publikationen und Verweise

Journalpublikation zum therm. Schalter: 

https://link.springer.com/article/10.1007/s12567-024-00579-3

Journalpublikation zum FARGO Experiment, inkl. Ergebnisse beider Schalttypen: 

https://link.springer.com/article/10.1007/s12567-024-00539-x

Exposé
Kontakt
Leon Windel, M.Sc.
Technologie-Lizenz-Büro (TLB)
Ettlinger Straße 25
76137 Karlsruhe
Telefon (49) 0721 / 79004-35
windel(at)tlb.de | www.tlb.de
Entwicklungsstand
TRL 6 – Technologie in relevanter Umgebung getestet
Patentsituation
DE 102022109433 erteilt
Referenznummer
21/035TLB