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Minimalinvasiver vor-Ort-Schnelltest für reaktive Dämmschichtbildner im baulichen Brandschutz

Kurzfassung

Die wiederkehrende Brandschutzprüfung für Dämmschichtbildner kann mittels dieser kompakten Prüfkammer direkt vor Ort minimalinvasiv geschehen; erstmals wird so die unkomplizierte und zuverlässige Prüfung im Bestand möglich – kostspielige und möglicherweise verfrühte präventive Sanierungen vermieden werden und baurechtlich erforderliche Prüfungen einfacher durchführbar.

Hintergrund

Wird eine Gebäudearchitektur mit sichtbaren Stahl­elementen realisiert, ist das zwar optisch ansprechend oder auch besonders funktional (bspw. bei Deckenkon­struktionen und Tragwerken), muss aber für den Brandfall einen ausreichenden Feuerwiderstand einhalten. Offene Flächen erhitzen sich und versagen deutlich schnel­ler als bspw. mit Beton umgebene Konstruktionen.
Um die Feuerwiderstandsdauer zu erhöhen wird mit Dämmschichtbildnern gearbeitet, die im Falle der Erhit­zung eine isolierende Schicht zwischen dem heißen Rauchgas und Materialoberfläche durch Schaumbildung erzeugen.

Problemstellung

Das Verhalten von Brandschutzbeschichtungen wird bisher anhand von Prüfkörpern im Labor ermittelt. Damit kann eine Nachprüfung nur durch Entnahme einer Probe aus dem Bestandstragwerk erfolgen, was naturgemäß eine Schädigung mit sich bringt und in der Praxis daher schlecht umsetzbar ist.

Lösung

Eine einfache und zuverlässige Lösung bietet nun ein am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) entwickeltes Prüfsystem, das direkt vor Ort zum Einsatz kommen kann und die Tragstruktur nicht beschädigt. Die handliche Prüf­kammer wird direkt auf die zu prüfende Stelle am Trag­werk aufgesetzt und führt dann automatisiert eine ent­sprechende Prüfung durch. Dabei können in der Kammer vordefinierte Bedingungen eingestellt werden. Anschlie­ßend muss lediglich die geprüfte Stelle neu beschichtet werden.
Damit könnten die baurechtlich erforderlichen Prüfungen in Zukunft auf der Basis verlässlicher Daten kostengünstig durchgeführt und teure und möglicherweise verfrühte präventive Sanierungen vermieden werden.

Gezeigt wird ein 3D-CAD-Modell des Prototypes: Prototyp-Entwurf des Handgerätes zur vor-Ort-Prüfung der Brandschutzbeschichtung [Bild: KIT].
CAD-Modell: Prototyp-Entwurf des Handgerätes zur vor-Ort-Prüfung der Brandschutzbeschichtung [Bild: KIT].

Vorteile

  • Prüfung direkt am Bauwerk bzw. vor Ort
  • mobil und flexibel per Handgerät
  • minimalinvasiv (eine Fläche von ca. Ø 40 mm muss neu beschichtet werden)
  • keine konstruktive Schädigung des Bauwerks

Anwendungsbereiche

Das Aufschäumverhalten solcher Dämmschichtanstriche und damit die Brandschutz-Funktion kann durch klimati­sche Einflüsse und Chemikalien über die Zeit degra­dieren. Daher ist eine verlässliche Prüfung wichtig, um die geforderten Brandschutzeigenschaften zu garantieren, bzw. bedarfsgerecht nachzubessern.
Die wiederkehrende Brandschutzprüfung kann nun direkt vor Ort minimalinvasiv geschehen; erstmals wird so die unkomplizierte und zuverlässige Prüfung im Bestand möglich.

 

Exposé
Kontakt
Anne Böse, M.Sc.
TLB GmbH
Ettlinger Straße 25
76137 Karlsruhe | Germany
Telefon +49 721-79004-0
boese(at)tlb.de | www.tlb.de
Entwicklungsstand
Prototyp / TRL5
Patentsituation
DE anhängig
EP anhängig
Referenznummer
18/037TLB
Service
Die Technologie-Lizenz-Büro GmbH ist mit der Verwer­tung der Technologie beauftragt und sucht Partner zur Optimierung des Prototyps bzw. bietet Unternehmen die Möglichkeit der Lizenznahme oder Patentkauf.