Technologieangebote

Neuartiger Urokatheter zur verbesserten Diagnose von Inkontinenz (HD-Urethradruck-Profilometrie)

Kurzfassung

Ein neu entwickelter urodynamischer Messkatheter enthält einen triaxialen Beschleunigungssenor und mehrere Drucksensoren. Mithilfe des neuen Urokatheters kann die Diagnose von Inkontinenz bei Patienten und damit deren Behandlung verbessert werden. Ein Prototyp des Urokatheters konnte seine Funktionalität bereits unter Beweis stellen.

Hintergrund

Der neu entwickelte urodynamische Messkatheter ist spezialisiert auf die Diagnose von Inkontinenz bei Patienten. Durch eine deutlich verbesserte Diagnostik kann wiederum eine Optimierung der Behandlung der Inkontinenz ermöglicht werden. Damit besteht für die Betroffenen die Chance, ihre Lebensqualität zu erhöhen. Der ungewollte Austritt von Harn stellt für die betroffenen Patienten eine sehr unangenehme und psychisch stark belastende Situation dar.

Problemstellung

Die momentan eingesetzten Urokatheter ermöglichen keine präzise räumliche Zuordnung der Messdaten, da allenfalls Positionsdaten der Zugeinrichtung, nicht jedoch der Drehwinkel des Katheters erfasst werden. Eine Winkelmessung an der Zugeinrichtung könnte außerdem durch eine Verdrillung des Katheters verfälscht werden. Zudem verfügen konventionelle Katheter über maximal zwei bis vier Sensoren am Umfang, sodass das Druckprofil nur mit einer sehr geringen Winkelauflösung erfasst wird.

Lösung

An der Universität Stuttgart wurde ein neuartiger Microtip-Messkatheter entwickelt, der es möglich macht, die Lage und Orientierung des Katheters in der Harnröhre zu bestimmen.
Der Katheter besitzt einen triaxialen Beschleunigungssensor. Zudem verfügt er über acht Drucksensoren am Umfang, die es ermöglichen, die Druckverhältnisse auf der gesamten Harnröhreninnenfläche mit einer vielfach höheren Auflösung als mit konventionellen Kathetern zu erfassen.
Die Erfassung der Druckverhältnisse über die gesamte Mantelfläche kann wertvolle Hinweise zur Ursachenbestimmung der Harninkontinenz liefern, was den Arzt bei der Auswahl der richtigen Therapie unterstützt.
Der Beschleunigungssensor ermöglicht – zusammen mit den Positionsdaten der Zugeinrichtung – eine genaue räumliche Zuordnung der Druckmesswerte auf der Innenseite der Harnröhre. Durch die Fusion der Daten des Beschleunigungssensors mit den Positionsdaten kann zudem die Geometrie der Harnröhre in der Sagittalebene rekonstruiert werden.

Schema des neu entwickelten Urokatheters mit Drucksensoren und Beschleunigungssensor.
Schema des neu entwickelten Urokatheters mit Drucksensoren und Beschleunigungssensor.
Spitze des neu entwickelten Urokatheters.

Vorteile

  • Positionsgenaue Ermittlung der Druckverhältnisse
  • Simultanes Auslesen aller Achsen des Beschleunigungssensors möglich
  • Erhöhte Auflösung
  • Verbesserte und schonende Diagnostik für den Patienten
  • Test des Prototyps im Tierversuch liefert erste positive Ergebnisse, die die Einsatzfähigkeit des Katheters bestätigen

Anwendungsbereiche

Diagnostik bei Inkontinenz sowie weitere Druckprofilmessungen nach Anpassung der Katheterspitzengröße (bspw. Gastroenterologie).

Exposé
Kontakt
Anne Böse, M.Sc.
TLB GmbH
Ettlinger Straße 25
76137 Karlsruhe | Germany
Telefon +49 721-79004-0
boese(at)tlb.de | www.tlb.de
Entwicklungsstand
Prototyp in Einsatzumgebung / TRL6
Patentsituation
DE 102013014685 B4 erteilt
EP 3041410 anhängig
Referenznummer
13/009TLB
Service
Die Technologie-Lizenz-Büro GmbH ist mit der Verwertung der Technologie beauftragt und bietet Unternehmen die Möglichkeit der Lizenznahme und die Möglichkeit für Kooperationen.