Technologien für die Zukunft

Erfindungen und Innovationen aus den baden-württembergischen Hochschulen zeigte die Technologie-Lizenz-Büro (TLB) GmbH auf der Hannover Messe 2013. Zahlreiche Besucher interessierten sich für die Ausstellungsstücke, darunter auch Baden-Württembergs Ministerpräsident Winfried Kretschmann und die Wissenschaftsministerin Theresia Bauer.

Als Partner der Wissenschaft und der Wirtschaft präsentierte TLB auf der diesjährigen Hannover Messe am Gemeinschaftsstand „Baden-Württemberg International“ Erfindungen und Prototypen aus den Bereichen Automobil, Metallverarbeitung, neue Werkstoffe und Mikroskopie. Ausgestellt wurde beispielsweise ein Turbolader, der kein so genanntes „Turboloch“ aufweist und auch bei hohen Verbrennungstemperaturen sehr robust ist. Entwickelt wurde das Gerät am Institut für Thermische Strömungsmaschinen und Maschinenlaboratorium der Universität Stuttgart.

Ebenfalls zu sehen war eine neue Regelung der Einschweißtiefe beim Laser-Schweißen. An der Erfindung und Entwicklung dieser Innovation sind drei Erfinder aus verschiedenen Institutionen beteiligt: Andreas Blug vom Fraunhofer-Institut für Physikalische Messtechnik IPM in Freiburg, Felix Abt vom Institut für Strahlwerkzeuge an der Universität Stuttgart und Leonardo Nicolosi vom Institut für Grundlagen der Elektrotechnik und Elektronik der TU Dresden. Die Erfindung wurde gefördert von der Baden-Württemberg Stiftung.

Auch neuartige Keramik- und Polymerschäume wurden ausgestellt, die über eine besondere makroporöse Porenstruktur verfügen und dadurch für Anwendungen im Bereich der Trenntechnik, als Trägermaterial oder Implantat interessant sind. Diese Schäume wurden über ein neues, am Institut für Mechanische Verfahrenstechnik und Mechanik des Karlsruher Instituts für Technologie (KIT) entwickeltes Verfahren erstmals in einfacher, ökonomischer und umweltschonender Weise hergestellt.

Zudem war am TLB-Stand Näheres über eine neue Erfindung zu erfahren, die ein Hauptproblem bei der kommerziellen Fischzucht aufhebt - die Eintrübung des Wassers durch Fäkalien. Eine neue Futtermittelmischung mit Korkteilchen sorgt nun dafür, dass die Fische schwimmfähigen, kompakten Kot erzeugen, der leicht von der Oberfläche abzusaugen ist.

Gemeinsam mit TLB zeigte die Hochschule Reutlingen ein neues Verfahren zur markierungsfreien Charakterisierung von Chromosomen (Karyotypisierung) und zu ihrer optischen Nahfeldvermessung, dem so genannten Hyperspektralen Imaging von Chromosomen. Beides wurde von Professor Rudolf Kessler zusammen mit seiner Arbeitsgruppe am Reutlingen Research Institute (RRI) der Hochschule Reutlingen patentiert und in einer Kooperation von sechs Partnern aus Wissenschaft und Industrie weiterentwickelt.

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